Nominal- und Effektivzins

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Nominal- und Effektivzins

 

Der Unterschied zwischen Nominal-und Effektivzins

Besonders bei recht hohen Immobilienkrediten kann es schon bei geringen Zinsdifferenzen zwischen den Anbietern zu großen Einsparungen für den Kreditnehmer führen. Bevor es jedoch zu einem Kredit der Bank kommt, wird die Bonität des Antragstellers überprüft. Dabei heißt es: je besser die Bonitätsprüfung, desto besser der Zinssatz der erforderlichen Kreditsumme. Hierbei macht die Bank ein Unterschied zwischen dem nominalen und effektiven Jahreszins. Der Kunde muss darüber informiert werden, um Kreditangebote vergleichen zu können.
Doch was genau beinhalten diese beiden Begrifflichkeiten und welches Verfahren ist hier wohl das bessere?



Definition/Unterschied Nominal- und Effektivzins


  • Nominalzins

Der Nominalzins, oder auch Sollzins genannt, bezieht sich grundsätzlich auf ein Kalenderjahr und gibt die Höhe der Zinsen für den Kredit an. Die Bank fordert diesen Zinssatz vom Kreditgeber als Entgelt für die Kreditgewährung ein. Die monatlichen Raten setzen sich also aus dem Nominalzins und der zuvor vereinbarten Höhe der monatlichen Rate zusammen. Geht man z.B. von einem Betrag von 10.000 Euro und einem Zinssatz von 5% aus, bertäge nach einer Laufzeit von 12 Monaten der Sollzins 500 Euro.
Der Nominalzins wird auf die Laufzeit des Vertrags festgelegt.

Da dieser Jahreszins der Zinssatz nach Abzug der Inflationsrate ist, er jedoch keine zusätzlichen Kreditkosten enthält, ist er für einen wirklich objektiven Vergleich verschiedener Kreditangebote nur eingeschränkt geeignet.


Der Effektivzins eignet sich deutlich besser für einen objektiven Vergleich an Kreditangeboten als der Nominalzins.


 
  • Effektivzins

Der Effektivzins hingegen besteht aus dem Nominalzins und enthält außerdem so gut wie alle weiteren Kreditkosten die anfallen könnten. Folglich wird damit die Gesamtsumme des Darlehens pro Jahr in Prozent offengelegt. In der Regel ist er damit auch höher als der Nominalzins, dafür jedoch deutlich realistischer. Im Falle eines nicht festgelegten Effektivzinssatzes für die gesamte Laufzeit, spricht man von einem anfänglichen Effektivzins.

Das Kreditinstitut ist verpflichtet neben dem Nominalzins auch den Effektivzins anzugeben, damit dem Kunden die Möglichkeit einer besseren Vergleichbarkeit von Kreditangeboten gegeben ist und er die Kosten genau berechnen kann. Es wird stets empfohlen den Effektivzins zu verwenden, da die zuzüglichen Kosten von Bank zu Bank unterschiedlich sind.



Vor- und Nachteile des Effektivzinses

Vorteile:

Klare Vorteile dieses Verfahrens sind natürlich, dass sich die Gesamtkosten des Kredits sofort erkennen und verschiedene Kreditangebote miteinander vergleichen lassen. Somit erfolgt eine deutlich einfachere Kalkulation des Haushalts-Budgets.

Nachteile:

Nachteile wären hierbei zum einen, dass der effektive Jahreszins nur die Gesamtkosten angibt und sich somit einzelne Verfahren nicht aufschlüsseln lassen. Zum anderen können leider auch beim Effektivzins zusätzliche Kosten, wie z.B. die Sondertilgungskosten oder Kontoführungskosten aufkommen. Daher ist es sehr wichtig, den Kreditvertrag als Kunde genauestens zu prüfen.

 

Fazit

Aus den oben aufgelisteten Fakten, lässt sich schließen, dass sich der Nominalzins kaum für einen objektiven Vergleich an Kreditangeboten eignet. Der Effektivzins hingegen beinhaltet zusätzliche Kosten die aufkommen können und ist somit die bessere Wahl. Zwar können bei diesem Verfahren nochmals Kosten aufkommen, die im Effektivzins nicht vorkommen, jedoch bildet er trotzdem eine gute Basis, um den passenden Kredit zu finden. Allgemein ist es natürlich besonders wichtig den Vertrag gründlich durchzulesen.

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